Zum Inhalt der Seite

Italien: Angriff auf Ministerin

Rom. Italiens erste farbige Ministerin, Cecile Kyenge, ist abermals Ziel eines rassistisch motivierten Angriffs geworden. Bei einer Rede auf einer Parteikundgebung in Cervia wurden am Freitag Bananen in ihre Richtung geworfen. Die 1964 in der Demokratischen Republik Kongo geborene Politikerin bezeichnete dies später als eine Verschwendung von Lebensmitteln.

Die für Integrationsfragen zuständige Ministerin der Demokratischen Partei stößt mit ihren Plänen, die Einwanderung in Italien zu erleichtern, vor allem bei neofaschistischen Kräften auf Widerstand. Gegen ihre Forderung, daß alle in Italien Geborenen automatisch die italienische Staatsbürgerschaft erhalten sollen, läuft die Rechte Sturm. Seit ihrer Ernennung zur Ministerin im April wurde Kyenge schon mehrfach Ziel rassistischer Beleidigungen. Vor wenigen Tagen hatte Senatsvizepräsident Roberto Calderoli gesagt, beim Anblick Kyenges fühle er sich an einen Orang-Utan erinnert. Sie sollte besser »in ihrem eigenen Land« Ministerin sein. Erst nach einem Sturm der Entrüstung entschuldigte sich der Politiker der rassistischen Lega Nord bei der Ministerin.
Anzeige


(Reuters/jW)
junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 29.07.2013, Seite 6, Ausland

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!