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Nordkorea: Widersprüchliche Signale

Die Demokratische Volksrepublik Korea sei darauf vorbereitet, die Souveränität des Landes zu verteidigen, aber auch darauf, »einen Atomkrieg mit den Vereinigten Staaten zu verhindern«, heißt es in einer Erklärung der Koreanischen Volksarmee, aus der die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua am Donnerstag zitierte. Darin heißt es weiter, Nordkorea werde nach den Provokationen Washingtons in den vergangenen Tagen »starke praktische militärische Maßnahmen« gegen die USA ergreifen: »Tage und Monate sind hier inmitten ständiger Kriegsgefahr vergangen, aber nie zuvor war die Gesamtheit der koreanischen Halbinsel in so großer Gefahr eines Atomkrieges.«

Ebenfalls am Donnerstag berichtete der südkoreanische Verteidigungsminister Kim Kwan Jin Xinhua zufolge, daß die DVRK eine Mittelstreckenrakete an seine Ostküste verlegt habe. Zweck des Manövers sei offenbar ein Testabschuß, hieß es aus Seoul. Im Gegensatz zu einem Bericht der japanischen Tageszeitung Asahi habe es sich jedoch nicht um eine »KN-08« gehandelt, deren Reichweite auf 10000 Kilometer geschätzt wird und die das Festland der USA erreichen könnte, betonte Kim Kwan Jin. Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap berichtete unter Berufung auf südkoreanische Offiziere, es könne sich um eine Rakete vom Typ »Musudan« gehandelt haben, die bis zu 4000 Kilometer weit fliegen und somit den US-Stützpunkt auf Guam im Pazifik erreichen könnte. Die Militärs äußerten dem Bericht zufolge die Vermutung, der Raketenstart könne Mitte April aus Anlaß des Geburtstages von Kim Il Sung, dem langjährigen Staatschef Nordkoreas und Großvater des jetzigen Machthabers Kim Jong Un, erfolgen.
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(Xinhua/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 05.04.2013, Seite 3, Schwerpunkt

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