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»Mein Treffen mit Assad«

Am Montag veröffentlichte Bild einen Artikel von Jürgen Todenhöfer unter diesem Titel. Darin heißt es:

Am längsten sprach ich mit Ahmed, einem jungen Mann aus Hula. Dort hatte vor wenigen Wochen das schrecklichste Massaker des Krieges stattgefunden.

Freunde aus den Nachbardörfern, mit denen Ahmed noch vor Kurzem gegen Assad demonstriert hatte, waren in sein Haus eingedrungen, um ihn und seine Familie zu ermorden. Sie warfen ihm vor, zum schiitischen Glauben übergetreten zu sein.

Irgendwie gelang es ihm, seine Freunde von früher zu überzeugen, daß er noch immer Sunnit sei.
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Dann stürzten die Mörder in das Nachbarhaus, in dem sein Bruder mit seiner Familie lebte. Sie waren tatsächlich zum schiitischen Glauben übergetreten. Sie wurden zusammen mit ihren Kindern von den Rebellen ermordet. (…) Wer diesen Krieg mit dem Slogan beschreibt: »Ein Diktator tötet sein eigenes Volk«, hat nichts verstanden.

Ich habe an Assad vieles zu kritisieren. Er trägt die Verantwortung, daß seine Sicherheitskräfte bei den ersten Protesten in Deraa in die Menge schossen und Zivilisten töteten. (…) Die radikalisierten Gruppen der Rebellen kritisiere ich, weil sie gezielt Zivilisten töten und diese anschließend als Opfer der Regierung ausgeben.

Diese »Massaker-Marketing-Strategie« gehört zum Widerlichsten, was ich in kriegerischen Auseinandersetzungen jemals erlebt habe.

Vollständiger Text: www.bild.de

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Erschienen in der Ausgabe vom 10.07.2012, Seite 3, Schwerpunkt

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