-
23.12.2011
- → Inland
Millionenklage nach Gurkenwarnung
Hamburg. Nach der verfrühten Warnung vor spanischen Gurken während der EHEC-Epidemie geht der Rechtsstreit zwischen der Hamburger Gesundheitsbehörde und dem spanischen Gemüsehändler Frunet in die nächste Runde. Frunet reichte vor dem Landgericht eine Millionenklage gegen die Stadt ein. Frunet fordert knapp 2,3 Millionen Euro Schadenersatz, weil Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) im Frühjahr aus Sicht der Firma voreilig vor dem Verzehr spanischer Gurken im Zusammenhang mit dem Darmkeim gewarnt hatte. Die Behörde bestätigte den Eingang der Klage am Donnerstag. Nach dem Fund von EHEC-Erregern an vier Salatgurken hatte Prüfer-Storcks am 26. Mai Frunet-Gurken als eine erste Infektionsquelle bezeichnet. Kurz darauf mußte sie einräumen, daß ein anderer EHEC-Stamm zur Epidemie geführt hatte.
(dapd/jW)
(dapd/jW)
→ Sie können uns auch mit einer Spende unterstützen
Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Durchschnittliche Bewertung: 0,0
Solidarität jetzt!
Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!
→ mehr aus dem Ressort Inland
