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Parteispitzen. Personalfrage vor Inhalt

Die Linke will in Erfurt über die Inhalte ihres Programms streiten. Doch in Teilen der Partei wie in den Mainstreammedien bestimmen Personalfragen die Agenda. Der sächsische Landesvorsitzende Rico Gebhardt legte am Donnerstag noch einmal nach. »Die Bundespartei hat in den letzten Monaten ein unglaublich schlechtes Bild abgegeben«, meldete sich der Linke-Politiker über die Agentur dapd zu Wort. Mit dem bisherigen Zeitplan zur Wahl eines neuen Parteivorstandes gibt er sich nicht zufrieden. »Wir können es uns nicht leisten, weitere neun Monate über das Personal zu diskutieren«, sagte Gebhardt. Deswegen müsse der nächste Bundesparteitag von Juni auf März vorverlegt werden. Bei den Strukturen gebe es zudem Reformbedarf. Statt einer doppelten Geschäftsführung solle dieses Amt nur noch von einer Person übernommen werden. Die zwei Posten der Parteibildungsbeauftragten für Ost und West sollten sogar ganz wegfallen, forderte Gebhardt.

Der Thüringer Linke-Fraktionsvorsitzende Bodo Ramelow befürwortete unterdessen eine Rückkehr von Exparteichef Oskar Lafontaine. »Wenn wir morgen vorgezogene Bundestagswahl hätten, wären Gregor Gysi und Oskar Lafontaine unsere Kandidaten«. Die Menschen beschäftige die Finanzkrise, »Lafontaine ist bei dem Thema unsere profilierteste Führungspersönlichkeit«. Die Frage der künftigen Parteiführung solle aber von der Spitzenkandidatur getrennt betrachtet werden.
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Der Vorsitzende der Linksfraktion im Saarland wird am Sonntag vormittag als letzter prominenter Redner zu den Delegierten in Erfurt sprechen. Dapd: »Die werden ganz genau hinhören, um auszumachen, ob Lafontaine eine Rückkehr auf die bundespolitische Bühne erwägt, wie zuletzt spekuliert wurde. So manchem Linke-Mitglied gilt das als Super-GAU, andere dagegen, vor allem im Westen, sehnen ein möglichst schnelles Lafontaine-Comeback herbei.« (dapd/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 21.10.2011, Seite 3, Schwerpunkt

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