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Neue Bücher braucht das Land

Ungeachtet irgendwelcher mafiösen Verstrickungen und der alltäglichen Korruption und Seilschaftenpolitik besonders auch im deutschen Literaturbetrieb hat die Leselust der Deutschen leicht zugenommen. Das ergab kurz vor Beginn der Frankfurter Buchmesse eine Emnid-Umfrage für die Bild am Sonntag. Demnach lasen 76 Prozent der Befragten in diesem Jahr ein oder mehrere Bücher in ihrer Freizeit, also nicht aus schulischen oder beruflichen Gründen. 24 Prozent gaben an, kein einziges Buch gelesen zu haben. Vor einem Jahr hatten auf die gleiche Frage nur 72 Prozent der Bundesbürger mit Ja geantwortet und 28 Prozent mit Nein. Die Umfrage widerlegte zudem das Vorurteil, junge Menschen würden Bücher häufig verschmähen. In der Altersgruppe der 14- bis 29jährigen gaben 81 Prozent an, im laufenden Jahr mindestens ein Buch gelesen zu haben, ohne daß sie dies mußten. Das Emnid-Institut befragte 500 Bundesbürger ab 14 Jahren.

Wir fordern immer noch, daß man pro gelesenem Buch staatlich bezahlt werden sollte; die Staffelung würde nach von einer unabhängigen Jury erfaßten Qualitätskriterien erfolgen. Ein Dan Brown ergäbe so vielleicht drei Euro, ein Tranströmer zwölf. Wettmafia, übernehmen Sie.
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(AFP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 10.10.2011, Seite 12, Feuilleton

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