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Skandal im Sperrbezirk

Eigentlich kennt man das nur vom Fußball. Jetzt aber scheint es, daß die nimmersatte Wettmafia auch den Literaturbetrieb zu untergraben sucht. Die schwedische Staatsanwaltschaft jedenfalls geht Gerüchten nach, wonach der Name des diesjährigen Literatur-Nobelpreises schon vor der offiziellen Bekanntgabe weitergegeben worden sein könnte. Er wolle prüfen, ob es »ein Informationsleck gegen Geld« gegeben habe, sagte Antikorruptionsstaatsanwalt Alf Johansson am Samstag. Offizielle Ermittlungen gebe es jedoch noch nicht. Grund für die Gerüchte ist die Tatsache, daß der diesjährige Literatur-Nobelpreisträger Tomas Tranströmer unmittelbar vor der Bekanntgabe durch die Königlich-Schwedische Akademie plötzlich großer Favorit der Wett-Teilnehmer wurde. Beim britischen Wettbüro Ladbrokes fiel seine Quote schlagartig von 13 zu eins auf 1,66 zu eins. Eine schwedische Ladbrokes-Sprecherin hatte daraufhin erklärt, einen derartig plötzlichen Umschwung in den Vorlieben der Wett-Teilnehmer habe es bei dem Büro noch nie gegeben. Ein Mitglied der Königlich-Schwedischen Akademie hatte Gerüchte über eine undichte Stelle dagegen zurückgewiesen. (AFP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 10.10.2011, Seite 12, Feuilleton

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