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Regieren geht ohne Sex

Weil ihr bei einer Dienstreise während des Geschlechtsverkehrs in einem Hotel ein Lampenschirm auf das Gesicht fiel, will eine australische Regierungsbedienstete entschädigt werden. Sie habe Anspruch darauf, weil sie wegen einer Tagung im Hotel gewesen sei, sagte am Mittwoch bei einem Gerichtstermin ihr Anwalt Leo Grey. Der gläserne Lampenschirm, der von der Wand am Kopfende des Bettes auf sie herabstürzte, fügte der Frau demnach Verletzungen an Nase, Mund und Gebiß zu. Außerdem habe sie mit psychischen Folgen des Unfalls zu kämpfen. Seine Mandantin sei bei einem »normalen Vorfall, der üblicherweise nachts in Motelzimmern stattfindet«, verletzt worden, äußerte der Anwalt. Sie sei nicht verpflichtet gewesen, eine offizielle Erlaubnis einzuholen, mit jemandem ihr Hotelbett zu teilen. »Wir leben schließlich nicht mehr in den 1920er Jahren.« Die Regierungsbehörde für Sicherheit am Arbeitsplatz, ComCare, wies die Entschädigungsforderung mit der Begründung zurück, der Geschlechtsverkehr sei nicht Teil der Dienstreise gewesen, sondern »ihr eigener Spaß«. Der Com­Care-Anwalt Andrew Berger sagte, Regierungsangestellte müßten essen, schlafen und Körperpflege betreiben können, aber »man braucht keinen Sex zu haben«. (AFP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 28.07.2011, Seite 12, Feuilleton

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