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28.03.2011
- → Feuilleton
Glücklicher Walser
Die deutsche Libyen-Politik macht Siegfried Lenz traurig und Martin
Walser glücklich. Im Focus barmt der 85jährige, er habe
es sehr bedauert, daß sich Deutschland im UN-Sicherheitsrat
der Stimme enthalten habe, denn »England, Frankreich und die
USA konnten unsere Solidarität erwarten«. Dagegen
bekannte Martin Walser im selben Blatt, die Enthaltung habe ihn
»glücklich« gemacht: »Es kommt mir vor, als
sei plötzlich in Berlin Weisheit ausgebrochen«, urteilt
der 84jährige. Wie diese beiden älteren Schriftsteller
können auch ihre auf ewig pseudojuvenil getrimmten Kollegen
aus der 68er-Bewegung das moralische Bedenken nicht lassen. Peter
Schneider (70) und Hans Christoph Buch (66) sind bei allem
Stirngerunzel Bellizisten: »Man kann nicht auf der einen
Seite ständig wiederholen: Ghaddafi muß weg! und dann
April, April sagen«, glaubt Schneider. Buch findet es
»beschämend, daß die Bundesrepublik sich mit
Rußland und China im Sicherheitsrat der Stimme enthielt, als
seien westliche Werte eine quantité
néglegeable«.
(dapd/jW)
(dapd/jW)
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