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Glücklicher Walser

Die deutsche Libyen-Politik macht Siegfried Lenz traurig und Martin Walser glücklich. Im Focus barmt der 85jährige, er habe es sehr bedauert, daß sich Deutschland im UN-Sicherheitsrat der Stimme enthalten habe, denn »England, Frankreich und die USA konnten unsere Solidarität erwarten«. Dagegen bekannte Martin Walser im selben Blatt, die Enthaltung habe ihn »glücklich« gemacht: »Es kommt mir vor, als sei plötzlich in Berlin Weisheit ausgebrochen«, urteilt der 84jährige. Wie diese beiden älteren Schriftsteller können auch ihre auf ewig pseudojuvenil getrimmten Kollegen aus der 68er-Bewegung das moralische Bedenken nicht lassen. Peter Schneider (70) und Hans Christoph Buch (66) sind bei allem Stirngerunzel Bellizisten: »Man kann nicht auf der einen Seite ständig wiederholen: Ghaddafi muß weg! und dann April, April sagen«, glaubt Schneider. Buch findet es »beschämend, daß die Bundesrepublik sich mit Rußland und China im Sicherheitsrat der Stimme enthielt, als seien westliche Werte eine quantité néglegeable«.

(dapd/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 28.03.2011, Seite 13, Feuilleton

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