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Prozeß gegen Berlusconi

Mailand. In Mailand ist am Montag der Prozeß wegen Steuerhinterziehung gegen Italiens Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi wieder aufgenommen worden. Der Regierungs­chef erschien jedoch nicht zu der Anhörung und wurde von seinen beiden Anwälten Niccolo Ghedini und Piero Longo vertreten. Diese forderten zu Beginn, zunächst einen Zeitplan sämtlicher Anhörungen zu erstellen, die auch die anderen geplanten Verfahren gegen Berlusconi umfaßten. In dem Prozeß muß sich Berlusconi wegen Steuerhinterziehung und Bilanzfälschung verantworten. Dabei geht es um den Vorwurf, sein Mediaset-Konzern habe in den 1990er Jahren mit Hilfe von Briefkastenfirmen die Preise für Übertragungsrechte von Filmen künstlich in die Höhe getrieben. Durch solche Machenschaften könnte Berlusconi Schwarzgelder im Ausland angelegt und die Gewinne für Mediaset in Italien gesenkt haben, um weniger Steuern bezahlen zu müssen.

(AFP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 01.03.2011, Seite 6, Ausland

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