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»Afghanisierte Frauenhäuser?«

Kabul. Die afghanische Regierung will die Kontrolle über die Frauenhäuser im Land übernehmen. Nach einer Prüfung von deren Status habe die Regierung in Kabul sich dafür ausgesprochen, die Kontrolle über alle derartigen Einrichtungen ihrem Hause zu übertragen, erklärte Frauenministerin Husun Bano Ghasanfar am Dienstag. Dies sei Teil einer »Afghanisierung«, in deren Verlauf einheimische Regierungsstellen und Sicherheitskräfte mehr Verantwortung im Land übernähmen. Die Frauenhäuser, in die sich von häuslicher Gewalt Betroffene flüchten können, werden derzeit von ausländischen und afghanischen Hilfsorganisationen betrieben.

Die Ankündigung der Regierung in Kabul stieß bei Menschenrechtsgruppen auf Kritik. Das Vorhaben könne den Ausschluß von Frauen aus den Häusern oder verpflichtende gerichtsmedizinische Untersuchungen der Bewohnerinnen zur Folge haben, warnte die in den USA ansässige Organisation Human Rights Watch. Schließlich werde die afghanische Regierung »zunehmend von konservativen Hardlinern dominiert«, die das Selbstbestimmungsrecht von Frauen nicht anerkennen wollten. Einige Konservative und islamische Geistliche vertreten die Auffassung, daß die Einrichtungen für Prostitution genutzt werden und Frauen ihren Familien entfremden.
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(AFP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 18.02.2011, Seite 15, Feminismus

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