Gewalt begünstigt Suizide
Neue Studie belegt Gewaltauswirkung bei Frauen auf internationaler Ebene
Frauen, die partnerschaftliche Gewalt erleben, leiden nicht nur körperlich darunter sondern können als Folge psychische Krankheiten entwickeln. Dieser Zusammenhang klingt relativ simpel und einleuchtend. Doch dass das kein individueller Zustand ist, der Frauen im Einzelfall betrifft, zeigt eine neue Studie von Forschenden der Medizinischen Universität Wien vom 17. Juli: Mehr Gewalt gegen Frauen führt zu einer signifikant höheren Suizidrate und das auf internationaler Ebene.
Das Forscherteam hat dafür den Violence against Women Index (VAWI) von 37 Mitgliedstaaten der Weltgesundheitsorganisation im Raum der Europäischen Union genutzt und mit der jeweiligen Suizidrate von Frauen in derselben Altersgruppe verglichen. Der VAWI ist ein internationaler Index, der geschlechtsspezifische Gewalt gegen Frauen anhand von elf Kategorien bemisst. Diese sind in vier Unterkategorien geteilt: Körperliche Gewalt, psychische Gewalt, sexualisierte Gewalt und ökonomische Gewalt, also Diskriminierungen, die beispielsweise bei der Lohn- und Sorgearbeit zu beobachten sind.
Um die Ergebnisse der Studie zu validieren wurden andere Faktoren, die eine höhere Suizidrate verursachen könnten, ausgeschlossen. Dafür wurden Daten wie das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf, die Arbeitslosenquote, Kriminalitätsstatistiken oder Zahlen zur Gesundheitsversorgung im jeweiligen Land einbezogen.
Die Analyse bringt damit Erkenntnisse über die Auswirkungen patriarchaler Verhältnisse. Dennoch sei es wichtig, internationale Standards zu etablieren, um ein vollständiges Bild zu erlangen, so Stephan Listabarth, Leiter der Forschungsgruppe. Er erklärte in einer Pressemitteilung der Medizinischen Universität Wien: »Gewalt gegen Frauen und Suizide werden nach wie vor nicht überall gleichermaßen erfasst. Verbesserungen in diesem Bereich würden nicht nur die Datenlage für weitere Forschung stärken, sondern auch dazu beitragen, das Thema zu enttabuisieren und die Planung von gezielten Präventionsmaßnahmen zu erleichtern.«
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