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Hausmeister Renner

Die Musikindustrie muß nach Ansicht ihres Berliner Vertreters Tim Renner endlich die »Hausmeisterrolle« für sich entdecken. Auch diese könne sehr profitabel sein, meinte der Chef von Motor Entertainment. Die großen Plattenfirmen hielten zu sehr am »360-Grad-Modell« fest, bei dem der Künstler in allen Bereichen an das Unternehmen gebunden ist. Der Umbau des Geschäftsmodells von der Rundum-Kontrolle zur reinen Dienstleistung sei »ein schwerer Schritt«, erklärte der frühere Deutschland-Chef von Universal Music. »Es ist auch mental eine Umstellung, ob ich Eigentümer oder Dienstleister bin, Wohnungsvermieter oder Hausmeister.« Aber nach Einschätzung Renners ist es unumgänglich, daß Künstler künftig ihre Rechte behalten und Dienstleister engagieren. Außerdem wandte sich Renner im Interview mit der Nachrichtenagentur dapd gegen eine Verschärfung des Urheberrechts. Und gab der Politik mit auf den Weg, sie hätte das Internet »intellektuell«, aber nicht »emotional« verstanden: »Wenn wir eine digitale Öffentlichkeit haben, aber eine analoge Regierung, dann klappt viel mehr als die Musikwirtschaft nicht mehr.«

(dapd/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 28.12.2010, Seite 13, Feuilleton

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