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Mutmaßlicher Nazi vor Prozeß gestorben

Dortmund. Ein unter dem Verdacht des zehnfachen Mordes und der Beihilfe zum Mord in mehr als 420000 Fällen stehender mutmaßlicher Nazikriegsverbrecher ist wenige Wochen vor dem geplanten Prozeßbeginn gestorben. Samuel K. sei am vergangenen Donnerstag im Alter von 89 Jahren gestorben, sagte der Leiter der »Zentralstelle zur Aufarbeitung von NS-Kriegsverbrechen« in Dortmund, Andreas Brendel, am Montag. Die Ermittlungen gegen K. waren durch den in München laufenden Kriegsverbrecherprozeß gegen John Demjanjuk ins Rollen gekommen. Laut Brendel fanden sich in Akten in den USA Hinweise auf K., der nach Ende des Zweiten Weltkriegs unbehelligt in Deutschland gelebt hatte und lediglich als Zeuge vor Gericht aussagen mußte. K. soll im Vernichtungslager Belzec im damals von Deutschland besetzten Polen im Einsatz gewesen sein. Während dieser Zeit wurden dort 420000 jüdische Gefangene vergast. Außerdem soll K. zehn Juden eigenhändig erschossen haben.

(AFP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 23.11.2010, Seite 4, Inland

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