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Heute beginnt in Berlin der »9. Open Air Klassik Sommer« in der Kulturbrauerei im Prenzlauer Berg. Es spielen die Berliner Symphoniker unter Leitung von Lior Shambadal (Eröffnungskonzert heute und Abschlußkonzert am 22. August), das Deutsche Filmorchester Babelsberg unter Jörg Iwer (20.8.) und das Prim Arte Orchester, geleitet von Alois Springer (21.8.). Ihr Debüt geben am Donnerstag der bekannte belgische Mädchenchor SCALA und die Kolacny Brothers. Nach jedem Konzert steigt ein Feuerwerk. Der Open Air Klassik Sommer ist ein gut besuchtes Musikfest im überwiegend gentrifizierten Prenzlauer Berg, das jedoch für die weniger bemittelten Alteinwohner immer unerschwinglicher wird. Die Kartenpreise, die der Veranstalter Frank Isenthal »moderat« findet, steigen jedes Jahr um einen Euro (außer in der Loge), was seit 2008 sieben bis neun Prozent Steigerung ausmacht. Im Vorverkauf kosten die Karten 27, 32 und 42 Euro. Auf Nachfrage dieser Zeitung nach der Finanzierung verweigert Isenthal Auskunft. Aber weniger an den Veranstalter als an die Kulturpolitik des Berliner Senats stellt sich die Frage nach den Klassengrenzen von Musikgenuß.

(ssch)
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Erschienen in der Ausgabe vom 18.08.2010, Seite 13, Feuilleton

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