-
18.06.2010
- → Schwerpunkt
Kolumbien wählt: Rechts oder Grün
Rund 30 Millionen wahlberechtigte Kolumbianer sind am Sonntag
aufgerufen, in einer Stichwahl über den nächsten
Präsidenten des südamerikanischen Landes zu entscheiden.
Nachdem der bisherige Staatschef Álvaro Uribe bei seinem
verfassungswidrigen Versuch, sich eine erneute Wiederwahl zu
ermöglichen, vom Obersten Gerichtshof ausgebremst worden war,
ging für die Regierungspartei »de la U« der
frühere Verteidigungsminister Juan Manuel Santos ins Rennen.
Er war politisch verantwortlich für die »Operation
Phoenix« am 1. März 2008, als kolumbianische Truppen in
das Hoheitsgebiet Ecuadors eindrangen und ein Lager der
FARC-Guerilla angriffen. Dabei wurde unter anderem der Sprecher der
Organisation, Raúl Reyes, ermordet. Ecuador brach nach dem
Überfall die Beziehungen zu Kolumbien ab und erließ
Haftbefehl gegen Santos. Bei der ersten Wahlrunde am 30. Mai bekam
Santos 46,67Prozent der abgegebenen Stimmen und verfehlte somit nur
relativ knapp die absolute Mehrheit, durch die er sich die zweite
Abstimmung gespart hätte.
Sein Konkurrent am Sonntag ist der von der Grünen Partei nominierte ehemalige Universitätsprofessor Antanas Mockus. Er setzte auf einen »modernen« Internet- und Medienwahlkampf, während er inhaltlich widersprüchlich blieb. Die kolumbianischen Meinungsforschungsinstitute sahen ihn vor der ersten Runde lange Kopf an Kopf mit Santos und räumten ihm sogar gute Chancen ein, die Stichwahl zu gewinnen. Vor diesem Hintergrund war das Ergebnis von 21,51 Prozent am 30. Mai eine herbe Enttäuschung für den Vertreter der in dieser Form erst im vergangenen Jahr gegründeten Partei. Es gelang ihm auch nicht, die Unterstützung der unterlegenen Kandidaten zu gewinnen. Während die traditionellen Parteien wie Liberale und Konservative sich auf die Seite von Santos schlugen, ruft der linke Alternative Demokratische Pol (PDA) zur Stimmenthaltung auf. (scha)
Sein Konkurrent am Sonntag ist der von der Grünen Partei nominierte ehemalige Universitätsprofessor Antanas Mockus. Er setzte auf einen »modernen« Internet- und Medienwahlkampf, während er inhaltlich widersprüchlich blieb. Die kolumbianischen Meinungsforschungsinstitute sahen ihn vor der ersten Runde lange Kopf an Kopf mit Santos und räumten ihm sogar gute Chancen ein, die Stichwahl zu gewinnen. Vor diesem Hintergrund war das Ergebnis von 21,51 Prozent am 30. Mai eine herbe Enttäuschung für den Vertreter der in dieser Form erst im vergangenen Jahr gegründeten Partei. Es gelang ihm auch nicht, die Unterstützung der unterlegenen Kandidaten zu gewinnen. Während die traditionellen Parteien wie Liberale und Konservative sich auf die Seite von Santos schlugen, ruft der linke Alternative Demokratische Pol (PDA) zur Stimmenthaltung auf. (scha)
→ Sie können uns auch mit einer Spende unterstützen
Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Durchschnittliche Bewertung: 0,0
Solidarität jetzt!
Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!
→ mehr aus dem Ressort Schwerpunkt
