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Louise Bourgeois tot

Die Bildhauerin Louise Bourgeois ist am Montag im Alter von 98 Jahren in New York City gestorben. Ihr Erfolg sei so spät gekommen, daß er sie nicht mehr umbringen konnte, hat Bourgeois einmal gesagt. Er kam mit der ersten Retrospektive des Werks einer Frau im New Yorker Museum of Modern Art 1982. Bourgeois wurde 1911 in Paris geboren. Nach einem Studium der Mathematik an der Sorbonne nahm sie ab Mitte der 30er Jahre Kunstunterricht, u.a. bei Fernand Léger. Ende der 30er ging sie nach New York. Ab 1945 befaßte sie sich mit der »Femme Maison«, deren Zuhause ein Gefängnis ist. Sie schuf nackte weibliche Körper, auf deren Köpfe Häuser gestülpt sind. Kopflose, eingesperrte und schutzlose Gestalten. 1974 entstand das altarähnliche Werk »Destruction of the father«. In rotem Licht befaßte sich der Vater als Kannibale mit lebensgroßen Puppen der Künstlerin, die aus Stofffetzen genäht und mit üppigen Brüsten, Stummelarmen und unübersehbaren Genitalien ausgestattet waren. Als die Feministin zu Weltruhm gelangt war, fertigte sie riesige »Maman«-Spinnen aus Stahl an. In Berlin sind weniger populäre Arbeiten von Bourgeois, die eine Zeitlang den Surrealisten nahestand, noch bis 15. August in der Ausstellung »Double Sexus« zu besichtigen. (jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 02.06.2010, Seite 13, Feuilleton

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