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Hermeneutik und Cognac

Das Magazin Kultur & Gespenster, von der FAZ als »postidealistisch« gestempelt, widmet sich in seiner neusten – bereits zehnten – Ausgabe der literarischen Hermeneutik. Eifersüchtige Autoren ringen mit ihren Kollegen um die jeweils schlagendere Gestaltung eines Themas. Es geht so sehr wie noch nie im Magazin um Besserwisserei bei der Empfindung. Paul Celan ist beleidigt, Ingeborg Bachmann hat da ein Wörtchen mitzureden. Heidegger sitzt eingebildet auf seinem Berg, und um ein wenig weiter auszuschweifen, kann man diese Phänomene natürlich auch in antiken Texten aufspüren. Um dem Geist nach so viel Verstehen etwas Entspannung zu bieten, gibt es heute um 20 Uhr im Hamburger Thalia Theater eine Heftvorstellungsfeier mittels einer hochdramatische Comic-Lesung aus dem Strip »Im Museum« mit gepflegtem Herumstehen bei Musik. Zunächst spielen Brokof »Popsongs, groß und gleichzeitig entschlackt«.

(jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 14.04.2010, Seite 13, Feuilleton

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