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Verfälscht

Gerhard Richter gilt als einer der bedeutendsten BRD-Künstler. Vor allem deshalb, weil er es immer wieder schaffte, Bilder zu präsentieren, in denen viele sich und ihre Zeit wiedererkennen konnten. Doch jetzt zeige sich der Großkünstler ohne Gespür für wichtige Themen, so die Neue Osna­brücker Zeitung: Das Porträt des Kölner Exoberbürgermeisters Fritz Schramma sei nicht nur eine auf Hochglanz polierte matte Gefälligkeit, sondern verfälsche auch die Wirklichkeit in fataler Weise. Während die Kölner nur noch mit Wut auf den unfaßbar destruktiven Schlendrian ihrer Lokalpolitiker reagieren, liefert der Großkünstler das glatte Honoratiorenbild jenes Mannes, den viele für einen Versager halten. Hätte Richter Schramma vor den Trümmern des Stadtarchivs gezeigt, wäre das wohl vielen passender erschienen. (ots/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 19.03.2010, Seite 13, Feuilleton

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