-
10.07.2009
- → Inland
Stasi-Hysterie geht weiter
Frankfurt/Berlin. Rund 17000 ehemalige Mitarbeiter des
DDR-Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) sind laut einem
Bericht der Financial Times Deutschland (Donnerstagausgabe) trotz
Prüfungen im öffentlichen Dienst der Landesverwaltungen
geblieben. Wissenschaftlern zufolge sind dies deutlich mehr als
bisher bekannt. Nach Recherchen der Zeitung geht es um 2247
ehemalige MfS-Mitarbeiter in Mecklenburg-Vorpommern, 2942 in
Brandenburg, 800 in Thüringen, 4400 in Sachsen-Anhalt, 2733 in
der Berliner Verwaltung und 4101 in Sachsen. »Das sind
Dimensionen, die bisher keiner geahnt hat«, sagte Klaus
Schroeder, Leiter des Forschungsverbundes SED-Staat der Freien
Universität Berlin. Erst am Mittwoch hatte das
Bundeskriminalamt bestätigt, daß dort noch frühere
MfS-Mitarbeiter beschäftigt sind. Zwei der 23 Polizisten
arbeiten den Angaben zufolge in Führungspositionen im
gehobenen Kriminaldienst, einer gehört zum
Personenschutzkommando von Bundeskanzlerin Angela Merkel. (AP/jW)
→ Sie können uns auch mit einer Spende unterstützen
Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Durchschnittliche Bewertung: 0,0
Solidarität jetzt!
Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!
→ mehr aus dem Ressort Inland
