-
04.07.2009
- → Feuilleton
Kriegsschulung
Soldaten sterben nicht mehr, sondern gelten wieder als
»gefallen«, das »Eiserne Kreuz« wird
neuaufgelegt, nur der Krieg, den die Bundeswehr in Afghanistan
führt, der darf nicht so heißen. Neo-imperialistisch
passend produzieren öffentlich-rechtliche Fernsehanstalten
Propaganda- und Schulungsfilme für die Bundeswehr. Ende Juni
strahlte Arte den Spielfilm »Mörderischer Frieden«
von Rudolf Schweiger aus. Er spielt vor dem Hintergrund der
deutschen Besatzungspolitik im Kosovo und kolportiert Berichte von
angeblichen jugoslawischen Kriegsverbrechen als der Weisheit
letzter Schluß, auch wenn sie schon als Propagandalügen
im Rahmen der psychologischen Kriegführung gegen Jugoslawien
entlarvt wurden. Wie German Foreign Policy meldet, dient eine
Kurzfassung des Films deutschen Streitkräften als internes
Schulungsmaterial, die Langfassung wird von den sogenannten
Jugendoffizieren der Bundeswehr zur Agitation unter Schülern
eingesetzt. (jW)
Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.
Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Durchschnittliche Bewertung: 0,0
Solidarität jetzt!
Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!
→ mehr aus dem Ressort Feuilleton