Zum Inhalt der Seite

Kriegsschulung

Soldaten sterben nicht mehr, sondern gelten wieder als »gefallen«, das »Eiserne Kreuz« wird neuaufgelegt, nur der Krieg, den die Bundeswehr in Afghanistan führt, der darf nicht so heißen. Neo-imperialistisch passend produzieren öffentlich-rechtliche Fernsehanstalten Propaganda- und Schulungsfilme für die Bundeswehr. Ende Juni strahlte Arte den Spielfilm »Mörderischer Frieden« von Rudolf Schweiger aus. Er spielt vor dem Hintergrund der deutschen Besatzungspolitik im Kosovo und kolportiert Berichte von angeblichen jugoslawischen Kriegsverbrechen als der Weisheit letzter Schluß, auch wenn sie schon als Propagandalügen im Rahmen der psychologischen Kriegführung gegen Jugoslawien entlarvt wurden. Wie German Foreign Policy meldet, dient eine Kurzfassung des Films deutschen Streitkräften als internes Schulungsmaterial, die Langfassung wird von den sogenannten Jugendoffizieren der Bundeswehr zur Agitation unter Schülern eingesetzt. (jW)
junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 04.07.2009, Seite 13, Feuilleton

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!