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Hintergrund: Brandenburger »Erinnerungskultur«

Das Ausmaß der »gezielten Provokation« der Brandenburger Landesregierung wird bei einem Blick auf einige unter dem Dach der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten versammelte Einrichtungen zur Erinnerung an das faschistische Mordregime deutlich:

– KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen. Das 1936/37 erbaute KZ vor den Toren der Hauptstadt galt als »modernes, vollkommen neuzeitliches Konzentrationslager«. Bis zur Befreiung durch die Rote Armee waren hier 200000 Häftlinge aus nahezu allen europäischen Ländern inhaftiert. Zehntausende kamen hier ums Leben.

– Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück in Fürstenberg. Das 1938 errichtete Lager war das einzige faschistische Frauen-KZ. Bis zur Befreiung durch die Rote Armee waren hier schätzungsweise 110000 Frauen, viele davon mit ihren Kindern, inhaftiert. Hinzu kamen mindestens 20000 männliche Häftlinge und über 1000 Jugendliche. Durch Hunger, Seuchen, medizinische Experimente, Mord und Giftgas verloren zwischen 40000 und 50000 Menschen ihr Leben.
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– Dokumentationsstelle Zuchthaus Brandenburg-Görden. Das größte und »modernste« Zuchthaus des Regimes war von 1940 bis 1945 eine der großen Hinrichtungsstätten des »Reiches«. Hier wurden vor allem Todesurteile des »Volksgerichtshofes« vollstreckt. Über 1700 Gefangene aus Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern wurden hier aus politischen Gründen hingerichtet. Im Altbau des Brandenburger Zuchthauses wurden im Rahmen der »Aktion T 4« über 9000 als »lebensunwert« eingestufte Menschen ermordet. Hier installierte das Regime die erste stationäre Anlage zu deren Massenvernichtung. Sie wurden in einer transportablen Anlage im Hof der Anstalt verbrannt. Die ersten Probevergasungen fanden in Brandenburg im Januar 1940 statt. Die systematischen Morde begannen im Juni jenes Jahres.

Zur »Arbeitsgemeinschaft Deutscher KZ-Gedenkstätten« gehören die Stiftungsdirektoren und Leiter der KZ-Gedenkstätten Ravensbrück, Neuengamme, Dachau, Buchenwald und Mittelbau Dora, Sachsenhausen, Bergen-Belsen, Flossenbürg sowie Vertreter der Berliner Stiftung Topographie des Terrors und der niedersächsischen Gedenkstätten.

(hd)
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Erschienen in der Ausgabe vom 25.06.2009, Seite 3, Schwerpunkt

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