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Neue Maßnahme: Zwei Meter Abstand

Nach tagelangem Stillstand infolge der grassierenden Schweinegrippe soll sich das öffentliche Leben in Mexiko wieder normalisieren. Nach dem Nationalfeiertag am Dienstag sollten die Geschäfte am Mittwoch wieder öffnen, wie Präsident Felipe Calderon am Montag ankündigte. Die Wiederaufnahme des Unterrichts an Universitäten und Oberschulen wurde für Donnerstag in Aussicht gestellt. Grundschulen und Kindertagesstätten sollen am 11. Mai wieder öffnen.

Die Regierung ließ am 27. April alle Schulen schließen, um die Ausbreitung der sogenannten Schweinegrippe zu stoppen. Vom 1. Mai bis zum Feiertag Cinco de Mayo – der an die siegreiche Schlacht mexikanischer Soldaten gegen französische Interventionstruppen am 5. Mai 1862 erinnert –, ruhte das gesamte öffentliche Leben. Schon am Montag betonte Gesundheitsminister José Cordova jedoch, die Erkrankungen gingen zurück. Die Zahl der Grippetoten stieg allerdings auf 27 – 26 in Mexiko und ein mexikanisches Kleinkind in den USA. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf prüfte weiterhin die Ausrufung der höchsten Alarmstufe einer Pandemie. Dieser Begriff bezieht sich auf die geografische Ausbreitung einer Krankheit, nicht unbedingt auf ihre Gefährlichkeit.

Calderon forderte die Eltern von Schulkindern auf, vor der Wiederaufnahme des Lehrbetriebs gemeinsam mit den Lehrern die Klassenräume zu desinfizieren. Die Regierung stelle dafür umgerechnet 11,3 Millionen Euro bereit. Der hygienische Zustand der Schulen müsse unbedingt garantiert werden, betonte der Gesundheitsminister. Leicht gesagt: Rund zwölf Prozent der fast 250000 mexikanischen Schulen haben kein fließendes Wasser oder Toiletten mit Wasserspülung. Laut Cordova könnten auch Fußballstadien und Konzerthallen wieder für Zuschauer geöffnet werden – die Veranstalter müßten aber für einen Abstand von zwei Metern zwischen den Fans sorgen.
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Der Flugverkehr von und nach Mexiko blieb vorerst stark eingeschränkt. Eine mexikanische Maschine landete jedoch in Schanghai, um Mexikaner abzuholen, die in China unter Quarantäne gestellt worden waren. Ebenso schickten China und auch Argentinien Flugzeuge nach Mexiko, um gestrandete Landsleute nach Hause zu bringen.

In Deutschland hat sich die Zahl der Schweinegrippe-Fälle nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) auf neun erhöht. Allen Patienten geht es gut. RKI-Präsident Jörg Hacker sprach am Dienstag von einer »gewissen Stabilisierung« der Situation in Deutschland. Es gebe aber nach wie vor keinen Grund zur Entwarnung. Es müsse auch in den nächsten Tagen noch mit Einzelfällen gerechnet werden.

(AP/AFP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 06.05.2009, Seite 3, Schwerpunkt

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