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Kampagne. Boykott für den Frieden

Die internationale Kampagne »Boykott, Desinvestitionen (Investitionsstopp) und Sanktionen« (BDS), die sich gegen die israelische Besatzungspolitik richtet, erfährt immer mehr Unterstützung. Die Organisation »Jüdische Stimme für einen gerechten Frieden in Nahost« weist darauf hin, daß in Schweden der Boykott israelischer Produkte bereits seit Jahren in Kirche und Gesellschaft praktiziert wird. Nach dem Krieg in Gaza zu Jahresbeginn werden auch Boykottaktionen gegen Sportveranstaltungen erwogen, an denen Israelis beteiligt sind.

In Brooklyn, New York wird seit Ende Februar in einer der größten Lebensmittelkooperativen (15000 Mitglieder) öffentlich ein Boykott israelischer Produkte diskutiert. Das Exekutivkomitee des Weltkirchenrates rief auf seiner Sitzung im vergangenen Monat die Mitgliedskirchen und deren Organisationen auf, 1. hinsichtlich des Israel-Palästina-Konflikts ihre Regierungen, unter Bezugnahme auf das internationale Recht und ihrer daraus resultierenden Verantwortung gegenüber Drittstaaten, wo immer es nötig ist, zur Rechenschaft zu ziehen und weiter 2. die für Investitionen und Einkäufe zuständigen kirchlichen Organe zu einer moralisch verantwortlichen Praxis gegenüber Unternehmen zu verpflichten, deren Produkte oder Dienstleistungen die Besetzung palästinensischer Gebiete unterstützen.
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Die britische Regierung verkündete am 2. März, mit dem israelischen Baulöwen Lev Leviev nicht länger kooperieren zu wollen. Mit Verweis auf dessen rassistisches Engagement im illegalen Siedlungsbau in den besetzten palästinensischen Gebieten nahm London die Entscheidung zurück, eine Etage im Kirya Turm in Tel Aviv für die britische Botschaft zu mieten. Der Turm gehört Levievs Unternehmen Africa-Israel.

(jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 13.03.2009, Seite 3, Schwerpunkt

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