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06.12.2008
- → Feuilleton
Keine 18 mehr
Der Pfefferminz ist ein Likör, das Pfefferminz ein Bonbon, aber wenn einer »die Pfefferminz« sagt, dann meint er meistens die Platte von Marius Müller-Westernhagen. Seit ihrem Erscheinen 1978 wurde sie über anderthalb Millionen mal verkauft, durchaus auch an Vollidioten. Aber es gibt Sachverständige, die sie für eine der besten deutschen Platten aller Zeiten halten. Danach ging es bergab mit Westernhagen. Schleichend, aber sicher. Das begann mit der Fortsetzung des Roadmovies »Aufforderung zum Tanz« von 1976. Teil zwei kam 1980 in die Kinos, verkaufte sich viel besser als der Vorgänger, wäre aber ansonsten nicht nötig gewesen. Westernhagen fing an, das ganz große Geld zu machen, füllte nach einem »Live«-Doppelalbum als erster Bundesdeutscher Fußballstadien und sang hier immer noch die Hits von der »Pfefferminz«-Platte, z.B. »Mit 18«: »Ich will zurück auf die Straße, will wieder singen, nicht schön, sondern geil und laut, denn Gold findet man bekanntlich im Dreck, und Straßen sind aus Dreck gebaut«. Alle sangen mit, keiner glaubte den Quatsch noch. 2001 nahm der »Armani-Rocker« dann von Gerhard Schröder, für den er drei Jahre vorher Wahlkampf gemacht hatte, ein Bundesverdienstkreuz entgegen. Am Samstag wird er 60 Jahre alt. Er gibt Geburtstagskonzerte in Köln (18.12.), Hamburg (22.) und Berlin (23.). Man kann im Internet abstimmen, welche Lieder er singt. (jW)
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