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Brückenpause

Das Welterbekomitee der UNESCO hat in der Nacht zum Freitag entschieden, das Dresdner Elbtal vorerst auf der Roten Liste gefährdeter Welterbestätten zu belassen. Damit ist die Forderung verbunden, den Bau der Waldschlößchenbrücke zu stoppen und eine Tunnellösung zu prüfen. Geschieht dies nicht, wird der dem Elbtal 2004 zugesprochene Titel Weltkulturerbe abgesprochen. Der amtierende Dresdner Oberbürgermeister Lutz Vogel (parteilos) sieht nun kaum Chancen für einen Erhalt des Titels. Für einen Baustopp sei neben einem entsprechenden Stadtratsbeschluß auch eine Zustimmung des Freistaats notwendig – der Brückenstreit sei bereits bis zum Bundesverfassungsgericht »ausgefochten worden – immer mit dem gleichen Ergebnis: Die Brücke muß gebaut werden«.

Dagegen begrüßte Bundeskanzlerin Angela Merkel die Frist der UNESCO. Es handele sich nicht um eine Denkpause, sondern um eine »Pause zum Denken«, ließ sie krypto-philosophisch verlauten. Ähnlich äußerte sich das Auswärtige Amt. Staatssekretär Günter Gloser betonte, das Außenministerium stehe bereit, Dresden bei der Suche nach einem Konsens zu unterstützen. (ddp/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 05.07.2008, Seite 12, Feuilleton

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