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30.06.2008
- → Feuilleton
Es war mal wieder
Der in Berlin lebende Schriftsteller Tilman Rammstedt erhält für den Text »Der Kaiser von China« über die Mühen eines Enkels mit seinem Großvater den Ingeborg Bachmann-Preis 2008. Das gab die Jury des Lesewettbewerbs unter dem Vorsitz von Burkhard Spinnen am Samstag in Klagenfurt bekannt. Und weil das Publikum meist genauso abstimmt, wie es ihm von der Jury vorgekaut wurde – da unterscheidet sich Klagenfurt kaum von DSDS – gewann Rammstedt auch gleich noch den Publikumspreis. Der Ich-Erzähler beschreibt in »Der Kaiser von China« seine problematische Beziehung zu seinem Großvater, mit dem er eigentlich nach China hätte reisen sollen.
Juror Klaus Nüchtern sah einen »hochkomischen Text, der super funktioniert hat«. Spinnen befand, es sei brillant, aber zusammengesetzt aus lauter Figuren, die längst bekannt seien. Der Hauptpreis der 32. »Tage der deutschsprachigen Literatur« ist mit 25000 Euro dotiert und wird von der Kärntner Landeshauptstadt gestiftet. Der deutsche Autor Markus Orths erhielt für seinen Text »Das Zimmermädchen« den mit 10000 Euro dotierten, von der Telekom Austria gestifteten Preis der Jury. Als einziger ausgezeichneter Teilnehmer aus Österreich wird Clemens J. Setz, vorgeschlagen von Daniela Strigl, mit dem von verschiedenen Verlagen gestifteten Ernst-Willner-Preis im Wert von 7000 Euro für seinen Text »Die Waage« geehrt. Den mit 7500 Euro dotierten 3sat-Preis durfte der Deutsche Patrick Findeis für »Kein schöner Land« entgegennehmen. Die unter den Lesenden vertretenenen Frauen wurden von der Jury, in der sich nach dem Ausscheiden von Iris Radisch als Juryvorsitzender nur noch zwei Frauen befinden, nicht bedacht.
Der Preis wird seit 1977 in Erinnerung an die 1926 in Klagenfurt geborene Schriftstellerin verliehen. Seit Donnerstag hatten insgesamt 14 Autoren und Autorinnen ihre Texte vorgestellt. (jW)
Juror Klaus Nüchtern sah einen »hochkomischen Text, der super funktioniert hat«. Spinnen befand, es sei brillant, aber zusammengesetzt aus lauter Figuren, die längst bekannt seien. Der Hauptpreis der 32. »Tage der deutschsprachigen Literatur« ist mit 25000 Euro dotiert und wird von der Kärntner Landeshauptstadt gestiftet. Der deutsche Autor Markus Orths erhielt für seinen Text »Das Zimmermädchen« den mit 10000 Euro dotierten, von der Telekom Austria gestifteten Preis der Jury. Als einziger ausgezeichneter Teilnehmer aus Österreich wird Clemens J. Setz, vorgeschlagen von Daniela Strigl, mit dem von verschiedenen Verlagen gestifteten Ernst-Willner-Preis im Wert von 7000 Euro für seinen Text »Die Waage« geehrt. Den mit 7500 Euro dotierten 3sat-Preis durfte der Deutsche Patrick Findeis für »Kein schöner Land« entgegennehmen. Die unter den Lesenden vertretenenen Frauen wurden von der Jury, in der sich nach dem Ausscheiden von Iris Radisch als Juryvorsitzender nur noch zwei Frauen befinden, nicht bedacht.
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Der Preis wird seit 1977 in Erinnerung an die 1926 in Klagenfurt geborene Schriftstellerin verliehen. Seit Donnerstag hatten insgesamt 14 Autoren und Autorinnen ihre Texte vorgestellt. (jW)
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