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Aus dem Verkehr

Das Buch »Kein Schutz, nirgends« über den Doppelmord von Mönchen­gladbach darf auch weiterhin nicht mehr verkauft werden. Anwältin Gülsen Celebi, die Autorin, und der Münchener Heyne-Verlag scheiterten gestern vorm Landgericht Mönchengladbach mit dem Versuch, den Vertriebsstopp des Buches aufheben zulassen. Die Schwester eines der Opfer hatte ihn vor wenigen Tagen per Einstweiliger Verfügung erwirkt.Die Schwester hatte im nichtöffentlichen Teil der Strafverhandlung gegen den Doppelmörder von einer Vergewaltigung berichtet. Sie könne aus Opferschutzgründen verlangen, daß die dort genannten Details nicht in einem Buch auftauchen, so ein Gerichtssprecher. Celebi und ihre Co-Autorin zitierten im Buch aus eben diesen Befragungen. Ein türkischer Familienvater hatte im vergangenen Jahr nach einer Sorgerechtsverhandlung seine von ihm getrennt lebende Ehefrau und eine gemeinsame Tochter erschossen.(AP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 17.05.2008, Seite 12, Feuilleton

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