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Leipziger Ananas

Am Sonntag wird am Leipziger Johannisplatz das Museum für Angewandte Kunst wiedereröffnet. Bis in die 50er Jahre hieß es recht profan Kunstgewerbemuseum. Mit der Umbenennung in Museum für Kunsthandwerk war zu DDR-Zeiten keine bedeutende Aufwertung verbunden. Von ursprünglich 29 Ausstellungsräumen standen seit den 50ern nur fünf zur Verfügung. Die Oberbürgermeister der Stadt «setzten jahrzehntelang ihren Fuß nicht mehr über die Schwelle», beteuert Direktorin Eva Maria Hoyer heute. Nach einer Heizungshavarie im Jahr 1981 war endgültig Schluß. 1994 wurde der Betrieb wieder aufgenommen. Vier Jahre später scheiterte ein Sanierungskonzept des Architekten David Chipperfield (Bauvolumen 120 Millionen DM), da sich Freistaat, Universität und Stadt nicht über die Verteilung der Kosten einigen konnten. Das Museum bildet zusammen mit dem Museum für Völkerkunde (Freistaat Sachsen) und dem Museum für Musikinstrumente (Universität Leipzig) den Grassi-Komplex (benannt nach dem Leipziger Kaufmann Franz Dominic Grassi, 1801–1880). Für rund 30 Millionen Euro wurde der im Stil des Art Déco erbaute Komplex schließlich von 2000 bis 2005 saniert. Am Ende kam ein Wahrzeichen obendrauf: eine vergoldete Ananas. Zu den 2000 Ausstellungsstücken, die das Museum für Angewandte Kunst ab Sonntag präsentiert, zählen das Refektorium aus dem italienischen Kloster Cori und der rekonstruierte Flügelaltar aus der Zwickauer Nikolaikirche. (ddp/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 01.12.2007, Seite 12, Feuilleton

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