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Dokumentiert: Alpträume, Depressionen, Suizidgedanken

Bei der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) handelt es sich um eine verzögerte Reaktion auf ein belastendes Ereignis oder eine Situation mit außergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigem Ausmaß, die bei fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde. Prädisponierende Faktoren wie bestimmte, z. B. zwanghafte Persönlichkeitszüge oder neurotische Krankheiten in der Vorgeschichte können den Krankheitsverlauf erschweren, aber nicht das Auftreten der Störung erklären.

Typische Merkmale sind das wiederholte Erleben des Traumas in sich aufdrängenden Erinnerungen (Nachhallerinnerungen, Flashbacks), Träume oder Alpträume, die vor dem Hintergrund eines andauernden Gefühls von Betäubtsein und emotionaler Stumpfheit auftreten. Ferner finden sich Gleichgültigkeit gegenüber anderen Menschen, Teilnahmslosigkeit der Umgebung gegenüber, Freudlosigkeit sowie Vermeidung von Aktivitäten und Situationen, die Erinnerungen an das Trauma wachrufen könnten. Meist tritt ein Zustand von vegetativer Übererregtheit, einer übermäßigen Schreckhaftigkeit und Schlafstörung auf. Angst und Depression sind häufig mit den genannten Symptomen und Merkmalen assoziiert, und Suizidgedanken sind nicht selten. Der Beginn folgt dem Trauma mit einer Latenz, die wenige Wochen bis Monate dauern kann.

  • Quelle: Deutsches Institut für medizinische Dokumentation und Information, Stichwort: ICD-10, F 43.1
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»Soldatinnen und Soldaten waren sehr unterschiedlichen traumatischen Erlebnissen ausgesetzt: Sie waren Opfer von Anschlägen, Minenunfällen oder Zeugen tödlicher Verkehrsunfälle, erlitten Geiselnahmen oder erlebten Greueltaten und Gewalt.«

  • Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage von Katrin Kunert (Linksfraktion) zu Posttraumatischen Belastungsstörungen von Soldaten (Bundestagsdrucksache 16/2587)

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Erschienen in der Ausgabe vom 08.10.2007, Seite 3, Schwerpunkt

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