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Fast-Nazis?

Die Autoren Martin Walser, Siegfried Lenz und Dieter Hildebrandt waren nach Informationen des Focus Mitglieder der NSDAP. Das Magazin beruft sich auf Unterlagen aus der Zentralkartei der Partei im Bundesarchiv in Berlin. Hildebrandt und Walser hätten aber betont, daß sie keinen Aufnahmeantrag unterschrieben und bisher auch nichts von ihrer Mitgliedschaft gewußt hätten. Der Historiker Reinhard Rürup hält diese Neuigkeiten für einen »Sturm im Wasserglas«. Im Deutschlandradio Kultur verwies der ehemalige wissenschaftliche Leiter des Berliner NS-Dokumentationszentrums auf Pauschalerklärungen aus dem Jahre 1944, mit denen Funktionäre der Hitler-Jugend ganze lokale HJ-Verbände in die NSDAP hätten aufnehmen lassen. »Es scheint, daß dies auch in den vorliegenden Fällen so gewesen ist«, sagte Rürup. Dafür spreche, daß es keine Unterschriften unter den Anträgen gebe. Ein klarer Hinweis für eine eingefädelte Mitgliedschaft sei außerdem das Symboldatum 20. April 1944, Hitlers 55. Geburtstag. Dagegen kommt der Historiker Michael Buddrus vom Institut für Zeitgeschichte nach Auswertung von mehr als 40000 Fällen laut Focus zu dem Schluß, daß eine Aufnahme in die NSDAP ohne eigenhändige Unterschrift unwahrscheinlich sei.

(AP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 02.07.2007, Seite 13, Feuilleton

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