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Chefarzt tot

Deutschland trauert um den sympathischsten Chefarzt, den es je hatte. Am Dienstag starb in einem Berliner Krankenhaus der Schauspieler Klausjürgen Wussow. 78 Jahre war er, litt unter Demenz. Seit einem Jahr war er in einem Brandenburger Pflegeheim untergebracht. Berühmt wurde Wussow 1985 als Professor Brinkmann aus der »Schwarzwaldklinik«. Er blickte treuherzig wie keiner. Vor seiner Chefarzt-Werdung gehörte er mehr als zwei Jahrzehnte lang zum Ensemble des Wiener Burgtheaters. Für die Dreharbeiten zur ZDF-Serie wurde er vom damaligen Intendanten des Burgtheaters, Claus Peymann, beurlaubt, kehrte aus dem Glottertal nie mehr nach Wien zurück. Rund 28 Millionen Serienabhängige zählte das ZDF in den besten Zeiten der Klinik.
Obwohl Wussow in den 80er Jahren einer der bestbezahlten TV-Stars war, hatte er zur Jahrtausendwende fast eine Millon Steuer- und Mietschulden, stand auch bei einem Hamburger Taxiunternehmen mit 3500 Euro in der Kreide. 2002 leistete er einen Offenbarungseid. Was er als Schauspieler verdiente, wurde sofort gepfändet. Der Insolvenzverwalter ließ ihm von seinen 3200 Euro Rente monatlich 800 Euro zum Leben. (jW)
Ab 30. Juni sendet das ZDF samstags, 14 Uhr, sechs Doppelfolgen der ersten »Schwarzwaldklinik«-Staffel.
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Erschienen in der Ausgabe vom 21.06.2007, Seite 12, Feuilleton

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