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Besatzungskritik im nationalen Netzwerk

Internationale Politik, oder kurz: IP, ist die Monatszeitschrift der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP). Die elitär daherkommende Institution versteht sich als »nationales Netzwerk für deutsche Außenpolitik an den Schnittstellen zwischen Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Wissenschaft und Medien«. Die »Denkfabrik« im Berliner Tiergarten erarbeitet nach eigener Auskunft »praxisbezogene Analysen«. Schwerpunkt des Februarheftes ist – passend zur aktuellen Agenda der Bundeskanzlerin – der Weltklimakonflikt. 13 deutsche Autoren, darunter der frühere Popbeauftragte der SPD und derzeitige Umweltminister Sigmar Gabriel (»›New Deal‹ für Wirtschaft und Umwelt«), geben dabei zum besten, was das offizielle Berlin in diesen Tagen zum Thema rauf und runter betet. Die Beiträge – etwa »Raubbau und Rettung. Natur- und Umweltschutz in den USA und Deutschland: Ein Vergleich« oder »Hol den Tiger aus dem Tank. Biokraftstoffe – Königsweg zu einer nachhaltigen Mobilität?« – sind an Spannung kaum zu unterbieten. Überraschendes für die offizielle Debatte bieten sie nicht.

Hervorzuheben sind dagegen die Aufsätze zum US-besetzten Zweistromland und der Besatzungsmacht Israel. In »Irakisches Roulette. Nichts geht mehr im ›Casino Washington‹« rechnet John C. Hulsman mit der US-Regierung ab. Alfred Grosser schließlich erklärt im Beitrag »Warum ich Israel kritisiere«, »die israelische Politik ist unrecht. Wer sie bekämpft, ist kein Antisemit, sondern legt an Jerusalem lediglich gleiche Maßstäbe an.« Die spannendsten Beiträge des neuen DGAP-Heftes kommen mithin von einem Amerikaner und einem Franzosen.

IP, Februar 2007. Einzelpreis 9,95 Euro. Bezug: DGAP, Rauchstraße 17/18, 10787 Berlin. E-Mail: ip@dgap.org

junge Welt

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Erschienen in der Ausgabe vom 19.02.2007, Seite 15, Politisches Buch

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