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Briefe zum Tagebuch

Das Yivo Institute for Jewish Research hat in New York einige von zirka 100000 Dokumenten zum Holocaust veröffentlicht, die vor anderthalb Jahren entdeckt worden waren, darunter Briefe des Vaters von Anne Frank. Erfolglos bat Otto Frank Verwandte und Freunde in den USA, sich an den Kosten für eine Auswanderung der Familie aus den faschistisch besetzten Niederlanden zu beteiligen. »Ich würde diese Bitte nicht stellen, wenn die Umstände mich nicht zwingen würden, alles zu tun, um Schlimmeres zu verhindern«, schrieb er im April 1941 an seinen Freund Nathan Straus. »Wir müssen uns hauptsächlich um das Schicksal der Kinder kümmern. Unser eigenes Schicksal ist weniger wichtig.« In einem späteren Brief an Straus heißt es: »Ich weiß, daß es unmöglich ist, daß wir alle gehen, selbst wenn das Geld zurückzuerstatten wäre, aber Edith bittet mich, allein oder mit den Kindern zu gehen.« Schließlich gelang es Frank, ein Visum für die Ausreise nach Kuba zu bekommen. Das wurde jedoch im Dezember 1941 zurückgezogen. »Franks Fall war nur in der Hinsicht ungewöhnlich, daß er es sehr spät versuchte und besonders gute Beziehungen in die USA unterhielt«, erklärte bei der Vorstellung der Dokumente Richard Breitman, Geschichtsprofessor von der American University. »Trotzdem scheiterte er.« (AP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 16.02.2007, Seite 12, Feuilleton

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