-
16.02.2007
- → Feuilleton
Ohne Proteste
Ohne die nicht nur vom Spiegel heiß erwarteten Zwischenfälle ist am Mittwoch abend in Berlin der Film »Das Haus der Lerchen« über den Massenmord an den Armeniern in der Türkei 1915 uraufgeführt worden. Über den Roten Teppich liefen Darsteller Moritz Bleibtreu, Festivalchef Dieter Kosslick sowie die Regisseure Paolo und Vittorio Taviani. Wegen des brisanten Themas hatte sich die Berliner Polizei auf Proteste vorbereitet. Die Lage blieb jedoch ruhig. Der Türkische Bund in Berlin-Brandenburg hatte die Sorgen vor der Premiere als unbegründet zurückgewiesen. Sprecher Safter Cinar sagte, jeder Regisseur habe die Freiheit, sich dieses Themas anzunehmen. Die Ereignisse seien zudem historisch unstrittig. Wichtig sei nur, daß sie nicht falsch dargestellt würden. Der Film, in dem Bleibtreu einen türkischen Soldaten spielt, läuft in der Reihe »Berlinale Special«. Er zeigt am Beispiel einer reichen armenischen Familie, die in einer türkischen Stadt lebt, die von den Türken im Ersten Weltkrieg begangenen Greuel.
(AP/jW)
(AP/jW)
→ Sie können uns auch mit einer Spende unterstützen
Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Durchschnittliche Bewertung: 0,0
Solidarität jetzt!
Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!
→ mehr aus dem Ressort Feuilleton
