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Spekulationen um Atommülldeponie

Magdeburg will kein Verwahrlager in Morsleben. Bundesregierung angeblich auch nicht

Das Bundesumweltministerium hat Medienberichte dementiert, nach denen in Sachsen-Anhalt der Bau eines Atommüllagers geplant sei. In Gesprächen zwischen dem Bundesamt für Strahlenschutz und dem Magdeburger Umweltministerium sei lediglich erörtert worden, ob neben dem stillgelegten Endlager für radioaktive Abfälle in Morsleben ein Verwahrlager für Kernbrennstoffe errichtet werden könnte, teilte die Behörde am Mittwoch in Berlin mit.

Zuvor hatte Sachsen-Anhalts Umweltministerin Petra Wernicke (CDU) erklärt, das Land werde sich gegen die Errichtung eines Verwahrlagers in Morsleben wehren. Der Bund habe nach der planmäßigen Schließung des Verwahrlagers im hessischen Hanau Ende 2005 nicht rechtzeitig nach Alternativen Ausschau gehalten. Den Angaben aus Magdeburg zufolge waren die Pläne bereits sehr konkret. So wurde berichtet, das Lager solle als oberirdische Anlage entstehen und bis Ende 2007 fertig sein. Die Baukosten sollten voraussichtlich 1,5 Millionen Euro betragen. Das Bundesumweltministerium erklärte, bislang sei keine ablehnende Haltung des Landes Sachsen-Anhalt zu erkennen gewesen.
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(AP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 21.12.2006, Seite 4, Inland

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