Zum Inhalt der Seite

Alarm in Belgien

Schockiert haben die Belgier auf eine Fernseh-Satire über den angeblichen Zerfall ihres Landes reagiert. Der flämische Landesteil habe einseitig die Unabhängigkeit erklärt und das Königspaar bereits mit einem Militärflugzeug das Land verlassen, berichtete der französischsprachige TV-Sender RTBF Mittwoch abend in einer fiktiven Live-Sendung. Die Moderatoren schalteten unter anderem Interviews mit – echten – Politikern, die den angeblichen Zerfall des Landes begrüßten oder kritisierten. Fernsehbilder zeigten Straßenbahnen, die an den neuen »Grenzen« zwischen Flandern und Wallonien gestoppt wurden. Zu sehen waren zudem Tausende feiernde Flamen, die die Unabhängigkeit angeblich in einen Freudentaumel versetzt hatte. Laut RTBF sollte der Bericht die Debatte über Zusammenhalt oder Auseinanderdriften des Landes neu beleben. Einer RTBF-Umfrage zufolge glaubten zunächst 89 Prozent der Zuschauer die Nachricht vom Zerfall des Landes – und sechs Prozent waren selbst dann noch davon überzeugt, als klargestellt war, daß es sich um einen fiktiven Bericht handelt.

(AFP/jW)
junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 15.12.2006, Seite 12, Feuilleton

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!