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Blöd und kokett

Rom. Nach welcher Beleidigung ist Zinedine Zidane im WM-Finale ausgerastet? Sein Gegenspieler Marco Materazzi hat am Dienstag ein »Teilgeständnis« abgelegt. »Ich habe Zidane beleidigt«, erklärte Materazzi der Gazzetta dello Sport. »Ich habe ihn aber sicher nicht als Terroristen bezeichnet. Ich bin ignorant, da weiß ich doch nicht, was ein islamischer Terrorist ist. Ich habe bestimmt auch nicht Zidanes Mutter erwähnt. Für mich ist eine Mutter heilig.« Die englischen Tageszeitungen The Times, The Sun und Daily Mail hatten von verschiedenen Lippenlesern »Sohn einer terroristischen Hure« ermitteln lassen. Eskaliert war die Sache auf dem Platz nach Angaben des Inter-Verteidigers so: »Ich hatte ihn am Trikot festgehalten, dann schaute er mich in einer superarroganten Art von oben bis unten an und meinte: ›Wenn du mein Trikot wirklich haben willst, dann kannst du es nach dem Spiel haben.‹ Danach habe ich mit der Beleidigung reagiert. Ich habe etwas gesagt, das Dutzende Male gesagt wird und auf dem Fußballfeld einfach mal rausrutscht.«

(sid/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 12.07.2006, Seite 16, Sport

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