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30.04.2026
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Richtig viele Eier
Auswertung der Satireaktion zu einem Demoplakat
Juristische Auseinandersetzungen fressen Zeit, Geld und Nerven. Wir von Verlag und Redaktion der jungen Welt wissen das aus erster Hand, weil Medien gern mit Unterlassungen konfrontiert oder mit anderen Klagen überzogen werden. Den Fall, dass wir gegen die Bundesrepublik geklagt haben und über die Zulassung unserer Berufung nach fast zwei Jahren noch immer nicht entschieden ist, wollen wir an dieser Stelle auch nicht vertiefen: Zeit, Geld, Nerven. Aus Erfahrung können wir also bestätigen, dass ein Streit vor Gericht immer dann einfacher ausgetragen werden kann, wenn wenigstens die finanzielle Seite abgesichert ist.
Was war vorgefallen? Am 5. März artikulierten Zehntausende Schülerinnen und Schüler ihren Unmut über die Wiedereinführung der Wehrpflicht im speziellen und die Militarisierung der Gesellschaft im allgemeinen. Im Bewusstsein vieler Schülerinnen und Schüler sind also glücklicherweise die gesellschaftlichen Zusammenhänge präsent, und die Kritik an den Entwicklungen wird formuliert. So auch ein Schüler, der es auf seine eigene Weise zur Sprache brachte: »Merz leck Eier« stand auf seinem Schild. Die Polizei konfiszierte das Schild und stellte die Personalien fest. Der Vorwurf lautete Beleidigung. Ein Team der jungen Welt war vor Ort und dokumentierte den Fall. Aufgrund der Absurdität der Situation entstand die Idee, diesen Umstand satirisch mit einem Aufkleber aufzuarbeiten.
Wir hatten schon über die große Nachfrage nach unseren Stickern berichtet und in diesem Zusammenhang angekündigt, dass die Überschüsse aus der Aktion an den Carl-von-Ossietzky-Solidaritätsfonds gehen werden, zur Unterstützung des Schülers und hoffentlich auch weiterer Fälle aus dem »Eiergate«.
Was kam dabei heraus? Zum Stichtag 21. April haben wir 129.500 Sticker verkauft. Die Einnahmen abzüglich der Produktionskosten und Gebühren haben gerundet einen Überschuss von 4.000 Euro eingebracht, den wir wie angekündigt spenden werden. Wir wünschen allen Betroffenen viel Erfolg vor Gericht!
Den Sticker gibt es übrigens weiterhin bei uns im Shop, der nächste Schulstreik steht schon wieder an: Für den 8. Mai wird zu weiteren bundesweiten Aktionen mobilisiert. Ein Datum, das hervorragend zum Namen unseres Verlags passt. Wenn das keine Argumente sind zu bestellen, dann wissen wir auch nicht.
→ Sticker bestellen unter jungewelt-shop.de/Sticker-Mrz-lck-25-Stk.
→ Spenden zur Unterstützung an: Carl von Ossietzky-FondsBANK: Bank für SozialwirtschaftIBAN: DE47 3702 0500 0008 1046 06BIC: BFSWDE33XXXVerwendungszweck: MerzLeckEier
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Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
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