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Keine Rente für NS-Ghetto-Arbeiter

Berlin. Nur 5000 von rund 70000 Rentenanträgen ehemaliger Arbeitskräfte in den von deutschen Faschisten eingerichteten Ghettos sind bislang bewilligt worden. Dies geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Bundestagsabgeordneten der Linkspartei, Ulla Jelpke, hervor. Die Bundesregierung begründete die hohe Ablehnungszahl damit, daß sich die meisten Antragsteller nicht in der komplizierten Rechtslage auskennen. Rentenansprüche gebe es nur, wenn die Beschäftigung freiwillig gewesen sei. Da die Menschen in den Ghettos zumeist zur Arbeit gezwungen worden seien, bestehe kein Anspruch. Sie könnten vielmehr andere Arten der Entschädigung beantragen. Nach Angaben der Stiftung »Erinnerung, Verantwortung und Zukunft« sind die Entschädigungszahlungen an ehemalige Zwangsarbeiter des NS-Regimes jedoch fast abgeschlossen.
(ddp/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 06.07.2006, Seite 5, Inland

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