Zum Inhalt der Seite

Anschaulich

Was heißt heute links?« fragte vor einigen Tagen die Zeit. »Was aber ist heute links?«, fragen Michael Brie und Christoph Spehr auf Seite eins einer Schriftenreihe, die es seit Freitag gibt. Gleich im nächsten Satz bohren sie tiefer: »Was heißt überhaupt links?« Ihre ersten halbwegs belastbaren Fakten stammen aus einer Umfrage, die Mitte der 90er Jahre geführt wurde. Ihr erster halbwegs sachdienlicher Hinweis findet sich auf Seite vier: »Rechts und links war von Anfang an direkt auf die Fragen von Eigentum und Macht fokussiert.« Belegt wird das mit einer Einlassung von Robespierre, nun ja. Die Schriftenreihe heißt Kontrovers. Das erste Heft enthält nur diesen 18-Seiten-Text zur Frage: »Was ist heute links?« Lustig sind allerdings drei Raumordnungsmodelle, grafisch fast schon auf Powerpoint-Niveau getrimmt, mit jeweils zirka zehn Kästchen. Abb. 2: Der Raum der Linken, Abb. 3.: Der Raum der kulturellen Linken, Abb. 4: Der Raum der Sozialen Linken. Die Witzfiguren auf den übrigen Seiten lassen sich wiederum kaum aushalten. Das Heft kann über die Rosa-Luxemburg-Stiftung bezogen oder heruntergeladen werden: www.rosalux.de. (jW)
→ Sie können uns auch mit einer Spende unterstützen
Erschienen in der Ausgabe vom 13.05.2006, Seite 13, Feuilleton

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!