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Mehr Wunder

Sechs Millionen Menschen pilgern jährlich zur Quelle in Lourdes, hoffen wegen der Wunderkraft des Ortes auf Heilung. Seit Ende der 70er hat die katholische Kirche aber nur drei Wunderheilungen anerkannt. Jetzt werden deshalb die Regeln geändert, »hin zu einer subtileren Position, um die Realität von Lourdes besser widerzuspiegeln«, erklärte der Bischof des Wallfahrtsortes, Jacques Perrier. Neben der medizinischen Wunderdefinition (erforderlich ist hier eine Zweidrittelmehrheit der 20köpfigen internationalen Medizinkommission von Lourdes) solle die »Vorstellung eines verläßlichen Zeugen« eingeführt werden. »Die Untersuchung der Heilung wird sich fortan auch für die Person interessieren und ihr Zeugnis vor dem christlichen Glauben.« Wie die religiöse gegenüber der medizinischen Einschätzung gewichtet werden soll, ließ Perrier offen.

(AFP/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 20.03.2006, Seite 12, Feuilleton

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