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Nachschlag: Er hat nicht gepfiffen

Interview | Fr., 7.15 Uhr, DLF

Foto: IMAGO/Bernhard Herrmann
Bundeskanzler Friedrich Merz (l.) und Michael Vassiliadis (r.) beim IG-BCE-Kongress letztes Jahr in Hannover

Falls sich jemand fragt, wer da während der Rede von Bundeskanzler Friedrich Merz beim Bundeskongress des DGB protestiert hat: Michael Vassiliadis gehörte nicht dazu. »Ich hab nicht gepfiffen«, sagte er am Freitag im DLF. Ein Problem mit Merz’ schlichter Formel, wie viele Rentner kommen auf wie viele Beitragszahler, hat der Vorsitzende der IG BCE trotzdem. Die Frage in der Rentenreformdebatte sei nie, wie lange können die Leute arbeiten, sondern immer nur: Wie lange können sie leben? Wer länger arbeiten will, könne das bereits. Die Berufsunfähigkeitsrente hingegen wurde abgeschafft. Sein Plädoyer: »Lassen Sie uns darüber nachdenken, den Kapitalmarkt und die wirtschaftliche Entwicklung an der Finanzierung der Rente zu beteiligen, ohne maximale Risiken einzukaufen.« Eine weitere Finanzierungsquelle wären Versichertengruppen. Zum Beispiel die Selbständigen. »Und die Beamten?« Vassiliadis ist zurückhaltend, was die jetzige Beamtengeneration betrifft. »Die Rentenkommission müsste es durchrechnen, denn die haben ja bestimmte Ansprüche.« Was die vermutlich eh nicht machen wird. (sk)

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Erschienen in der Ausgabe vom 23.05.2026, Seite 14, Feuilleton

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