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23.02.2006
- → Feuilleton
Lawinky-Affäre
Die Vertragsauflösung des Schauspielers Thomas Lawinky sorgt in der Theaterszene für jede Menge Presseerklärungen. Lawinky hatte Gerhard Stadelmaier, den besten Theaterkritiker der FAZ, in der vergangenen Woche während einer Vorstellung in Frankfurt/Main attackiert und ihm den Notizblock entrissen, woraufhin ihm nach einer Intervention der Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) gekündigt wurde. Er ist künftig beim neuen Leiter des Berliner Gorki-Theaters, Armin Petras, unter Vertrag. Mit dem Berliner Ensemble (BE), dessen Leiter Claus Peymann ihm am Montag eine Festanstellung angeboten hatte, gibt es dagegen keinen Kontakt. Der Intendant der RuhrTriennale, Jürgen Flimm, forderte die Frankfurter Oberbürgermeisterin auf, ihre Kündigungsforderung zurückzunehmen. »Vor keinem Gericht der Welt hätte diese Kündigung Bestand«, sagte Flimm. Der Intendant des Staatsschauspiels Dresden, Holk Freytag, sagte, die Einflußnahme der FAZ stelle auch einen Eingriff in die Autonomie des Schauspiels Frankfurt dar. Das Eingreifen der Oberbürgermeisterin erscheine als vorschnelle Grenzüberschreitung in die Personalhoheit des Theaters. (ddp/jW)
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