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Es ist angerichtet

Der Deutsche Tierschutzbund hat am Montag Strafanzeige gegen den Künstler Falk Richwien gestellt. Der Verband wirft ihm vor, während einer Performance in Berlin-Mitte vor 40 Zuschauern »zwei Kaninchen bei lebendigem Leibe bestialisch geköpft« zu haben. Zusammen mit zwei anderen Künstlern hatte Richwien am Wochenende in einer Galerie in einem Hinterhof am Hackeschen Markt zwei Kaninchen das Genick gebrochen, ihnen anschließend den Kopf abgehackt und die Schädel in Formalin eingelegt. Damit sollte den Menschen gezeigt werden, daß sie vom Raubtier abstammen. Die BZ, »Springers heißes Blatt« (Ton Steine Scherben), berichtete darüber. Richwien sagte der Zeitung: »Ein Tier muß getötet werden, damit man es essen kann. Viele Menschen haben das vergessen, weil sie abgepacktes Supermarkt-Fleisch kaufen.« Tierschutzbund und Tierschutzverein forderten das Veterinär- und Lebensmittelaufsichtsamt auf, eine für Freitag geplante Aktion zu unterbinden. Dabei soll den Angaben zufolge in der Galerie das Fleisch der getöteten Tiere zum Verzehr angeboten werden. (ddp/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 22.02.2006, Seite 13, Feuilleton

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