Zum Inhalt der Seite

Auszugsverbot für junge Erwachsene

Berlin. Im Hauruck-Verfahren will die große Koalition am heutigen Freitag weitere soziale Verschlechterungen für Langzeitarbeitslose durchziehen. In 2. und 3. Lesung soll u.a. ein Gesetz verabschiedet werden, wonach Erwachsenen unter 25 Jahren, die arbeitslos sind und noch zu Hause wohnen, das Arbeitslosengeld II (ALG II) um 20 Prozent auf 276 Euro gekürzt wird. Für den Fall, daß sie ohne Zustimmung der Behörde aus der elterlichen Wohnung ausziehen, wird keine Miete mehr übernommen. Dieses »Auszugsverbot« soll schon mit dem Tag des Bundestagsbeschlusses in Kraft treten. Vorgesehen ist außerdem, daß EU-Ausländer, die in der BRD Arbeit suchen, vom ALG-II-Bezug ausgeschlossen werden.


(jW)

junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 17.02.2006, Seite 1, Inland

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!