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Hersteller von Agent Orange sollen zahlen

30 Jahre nach Ende des Vietnamkrieges: US-Firmen in Südkorea verklagt

Seoul. Mehr als 30 Jahre nach Ende des Vietnamkrieges sind in Südkorea zwei US-Hersteller des sogenannten Entlaubungsmittels Agent Orange zu Schadenersatzzahlungen verurteilt worden. Die beiden US-Konzerne Dow Chemical und Monsanto müssen 6800 Menschen für das Leid entschädigen, das diesen durch das Gift entstanden ist, wie Richter Choi Byung Deok am Donnerstag in Seoul befand. Die Kläger werden Entschädigungen bekommen, die zwischen sechs und 46 Millionen Won (5000 bis 39000 Euro) pro Kopf liegen.

Die Klagen gegen die US-Firmen wurden im Namen von 20615 südkoreanischen Exsoldaten und deren Angehörigen angestrengt. Südkorea hatte seinerzeit 300000 Militärs in den Vietnamkrieg geschickt, die an der Seite der USA kämpften. Von 1961 bis 1971 warf die US-Armee mehr als 100000 Tonnen giftiger Chemikalien über Vietnam ab. Zwischen 2,1 und 4,8 Millionen Vietnamesen waren dem Gift ausgesetzt, das nach dem orangefarbenen Kennungsstreifen auf den Fässern benannt ist.

(AFP/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 27.01.2006, Seite 6, Ausland

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