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05.11.2026, 18:18:21
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IG Metall kommt Konzernen entgegen
Frankfurt am Main. Die IG Metall hat den Unternehmen im laufenden Tarifstreit der Metall- und Elektroindustrie einen »Lösungskorridor« zur Sicherung von Investitionen und Standorten vorgeschlagen. Die Gewerkschaft zeigte sich bereit zu zeitlich befristeten tariflichen Regelungen, nach denen Beiträge der Belegschaft gegen verbindliche Beschäftigungszusagen der Unternehmen vereinbart werden könnten. »Wir brauchen einen Hebel, um Investitionen hier zu halten«, sagte die IG-Metall-Bezirksleiterin von Baden-Württemberg, Barbara Resch, nach der dritten Verhandlungsrunde in Ludwigsburg am Donnerstag. Die Gewerkschaft wolle so verhindern, dass noch mehr Investitionen zu Lasten Deutschlands nach Osteuropa fließen, wo die Lohnkosten viel geringer sind.
Der Verhandlungsführer auf der Kapitalseite, Südwestmetall-Chef Peter Krause, nannte den Vorschlag interessant und einen bemerkenswerten Schritt der IG Metall. Er biete die Möglichkeit, Kostenstrukturen wettbewerbsfähig zu machen, um Arbeitsplätze zu sichern und neue Geschäftsmodelle zu realisieren. »Das Treffen hat sich gelohnt«, sagte Krause. »Wenn auch eins nach wie vor klar ist: Wir sind sehr weit voneinander entfernt in Bezug auf das Gesamtpaket.«
Resch betonte, es müsse klar definiert sein, unter welchen Umständen Unternehmen die Entlastungen nutzen dürften. Ausgeschlossen sei, auf Kosten der Beschäftigten den Gewinn zu steigern. »Teile der Arbeitgeber wollen auf Billigheimer machen, dazu sind wir nicht bereit.« Als Prämisse gilt laut Gewerkschaft, dass die Investitionen höher sein müssen als die Beiträge der Belegschaft. Der Korridor soll für Betriebe offenstehen, die vor Investitionsentscheidungen stehen, nicht jedoch für Unternehmen mit gescheitertem Geschäftsmodell.
Die Gewerkschaft fordert für die 3,7 Millionen Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie fünf Prozent mehr Geld ab November bei zwölf Monaten Laufzeit und Regelungen zur Beschäftigungssicherung. Gut verdienende Unternehmen sollen zudem eine tarifliche Gewinnbeteiligung bezahlen. Die Kapitalseite bot eine Einmalzahlung im Juli 2027 an, die je nach Ertragslage laut der Gewerkschaft zwischen 500 und 850 Euro liegen würde. Ab Juli 2028 wollen sie die Tariflöhne um 1,3 Prozent erhöhen. Zu einer Gewinnbeteiligung waren sie bisher nicht bereit. Aus Sicht der IG Metall ist das angesichts der gestiegenen Lebenshaltungskosten eine Minusrunde, weil nicht einmal die Inflationsrate ausgeglichen wäre. Zigtausende Beschäftigte bringen ihren Unmut über das unzureichende Angebot in dieser Woche mit Warnstreiks bundesweit zum Ausdruck.
Die kurzzeitigen Arbeitsniederlegungen sollen bis Montagmittag weitergehen. Resch erklärte, der intern in der Gewerkschaft abgestimmte Vorschlag werde am Freitag in den regionalen Verhandlungen vorgelegt. Die Konzerne hätten dann bis Montag Zeit für eine Antwort, über die dann in der dritten Gesprächsrunde in Nordrhein-Westfalen gesprochen werden soll. An dem Treffen in Ludwigsburg nahmen auch die Verhandlungsführer von Nordrhein-Westfalen, Knut Giesler für die IG Metall und Arndt Kirchhoff für Metall NRW, teil. (Reuters/jW)
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