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Feministen des Tages: Dax-Vorstände

Von Marc Bebenroth
DAX
Foto: Jan-Philipp Strobel/dpa
Unternehmen »sanieren«, Arbeiter »freisetzen«: Was Männer können, können Frauen schon lange (Symbolbild)

Nach mehr als 70 Jahren könnte es die herrschende Klasse der Bundesrepublik Deutschland schaffen, im formell höchsten Amt im Staat mal keinen Mann zu installieren. Unter den Wettbewerbsbedingungen der freien Privatwirtschaft feiert der Fortschritt in Sachen Frauenermächtigung dagegen in deutlich kürzeren Abständen deutlich größere Erfolge. Die nächste Generation an Powerfrauen und Girl-Bosses hat nun so viele Vorbilder, zu deren verglasten Hochhausbüros sie stolz aufblicken können, wie noch nie. In den Vorständen der größten deutschen Börsenunternehmen waren 2025 erstmals 101 weibliche Führungskräfte gezählt worden, wie die Beratungsfirma EY (früher: Ernst & Young) am Sonntag mitteilte. Über das gesamte Geschäftsjahr betrachtet waren in Unternehmen des Dax, MDax und Sdax im Jahr 2024 nur 88 Vorstandsmitglieder Frauen. 2013 seien es nur 33 gewesen.

Aber nicht nur dieser ungemein großen Verantwortung für Abertausende Arbeitsplätze in Deutschland und weltweit stellen sich immer mehr Frauen in den Vorständen. Sie schließen laut EY auch bei den Vorständsgehältern weiter zu ihren Kollegen auf und erarbeiteten sich 2025 durchschnittlich 2,20 Millionen Euro jährlich, eine kollektive Gehaltserhöhung von 2,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Männer kamen dagegen auf 2,23 Millionen Euro, knapp zwei Prozent weniger als zuvor. Der »Gender-Pay-Gap« der Dax-Lenkerinnen zu den -Lenkern betrage EY zufolge nur noch läppische 26.000 Euro.

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»Vor einigen Jahren gab es nur wenige Vorständinnen, und einzelne hohe Gehälter haben den Durchschnitt stark beeinflusst. Heute ist die Gruppe deutlich größer. Die Vergütung hängt deshalb stärker von Ressort, Erfahrung und Unternehmensgröße ab und weniger vom Geschlecht«, erklärte dazu EY-Mann Jens Massmann.

Bleibt zu hoffen, dass die aktuelle »KI-Panik«, wie dpa es nennt, nur vorübergehend die Stimmung und nicht die Vergütungen in den Dax-Chef(innen)etagen trübt.

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Erschienen in der Ausgabe vom 09.11.2026, Seite 3, Ansichten

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