Bonobos: Jagd ist Frauensache
Konstanz. Bei den Bonobos übernehmen primär Weibchen die Aufgaben der Jagd. Zu diesem Ergebnis kam eine Langzeitstudie in der DR Kongo, organisiert von Forschern des Max-Planck-Instituts für Verhaltensforschung in Konstanz. Demnach verfolgen und töten die Weibchen der Zwergchimpansen bei der Fleischbeschaffung dreimal mehr Huftiere als die männlichen Artgenossen. An den Jagden auf andere Affenarten dagegen sind die Geschlechter gleichstark beteiligt. Wie Schimpansen sind Bonobos Gelegenheitsjäger, hauptsächlich ernähren sie sich pflanzlich. Bei den Schimpansen allerdings sei »die Jagd eine Angelegenheit der Männchen, weil Besitz und Kontrolle der Beute mit Dominanz zusammenhängen«, hieß es von Seniorautorin Barbara Fruth in einer Veröffentlichung des Instituts vom 22. Oktober. Um die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung der Bonobos beim Jagen zu klären, haben die Forscher das Jagdverhalten zweier wild lebender Bonobogruppen im Gebiet der Demokratischen Republik Kongo über einen Zeitraum von zehn Jahren beobachtet. Insgesamt wurden 415 erfolgreiche Jagden dokumentiert und ausgewertet. In 60 Prozent der beobachteten Jagden hatten Weibchen die Rolle, Beutetiere zu fangen und zu töten. Sie waren in diesen Fällen auch die Initiatorinnen der Jagden. (jW)
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